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Insta-Marketing, Insta-Famous.
Influencer

„Niemand sollte sich einbilden, er hätte keinen Einfluss“ (US-Ökonom Henry George)

Berühmt sein ging früher so: Menschen, die etwas besonders gut konnten – sei es Singen, Tanzen, Modeln oder Schauspielen – wurden von anderen als etwas Besonderes angesehen, manchmal sogar verehrt. Es gab Poster, die weltweit Spinde und Jugend-Zimmer zierten, Autogrammkarten und Interviews – und vereinzelt klassische Print- und Fernsehwerbung mit den Gesichtern der Stars. Von Ava Gardner bis Frank Zappa war Personenkult klar definiert.

Neue Medien, neue Ikonen.

Dann kamen das Internet, Smartphones, private Blogs und Instagram – und plötzlich ist gar nicht mehr so klar, wie jemand berühmt wird. Die Stars von heute heißen Chiara, Caro oder Gitta. Und allen voran Kim Kardashian, die mit über 100 Millionen Follower der unangefochtene Star der Branche ist. Was machen diese Damen, denen Millionen von Menschen online folgen? Singen, Tanzen, Modeln oder Schauspielen? Von allem etwas, könnte man sagen, denn die Lifestyle-Ikonen der Stunde sind schwer klar einzuordnen. Wirklich herausragend beherrschen sie alle jedoch eine Kunst: die Selbstinszenierung. Mithilfe von perfekt gefilterten Bildern und scheinbar zufällig inszenierten Videos zeigen sie normalen Menschen, dass sie auch normale Menschen sind – nur irgendwie toller. Die Message: Um erfolgreich zu sein, muss man weder eine teure Schauspielschule besuchen noch in Size-Zero-Jeans passen. Ein Gespür für Mode, Trends und ein eigener Blog als Draufgabe reichen aus, um zur gefeierten Stilikone zu avancieren.

Insta-Marketing, Insta-Famous.

Richtig spannend wurde der Insta-Famous-Hype allerdings erst, als ein schlauer Marketing-Kopf auf die geniale Idee kam, die Online-Stars dafür zu bezahlen, ausgewählte Produkte in ihren Beiträgen zu platzieren. Geboren war die Werbung 2.0 - oder schöner ausgedrückt: das Influencer-Marketing. Seit wenigen Jahren breitet sich dieses Werbewunder auch in Deutschland aus. Auf Blogger spezialisierte Agenturen sprießen aus dem Boden, die Online-Marketing-Budgets großer und kleiner Firmen werden erhöht und junge Mädchen geben als Berufswunsch „Influencer“ an. Vorbei die Zeiten, als man bei diesem Begriff höchstens an Grippeviren dachte.

influencer
Blondwalk heißt der Blog der Influencerin Gitta Banko. Auf Instagram hat sie 157.000 Follower. Die Sneakerbugs von Baumondi Accessoires haben es ihr besonders angetan.

Die rasende Verbreitung von Kooperationen zwischen Firmen und Online-Stars ist der größte Werbehype seit der Entdeckung des Content-Marketings – und dabei eigentlich gar nicht so innovativ. Das Konzept, dass Persönlichkeiten, die durch ihre Bekanntheit das Vertrauen vieler Menschen genießen, Werbung für Produkte oder Dinge machen, die sie selbst gut finden - oder bei denen die Gage hoch genug ist – ist eigentlich uralt. James Dean drehte einen Werbespot für verantwortungsvolles Autofahren (hier stimmte wohl die Bezahlung), Kate Moss machte die Calvin-Klein-Jeans berühmt (oder umgekehrt) und dank Emma Watson wurde die Traditionsmarke Burberry zum Label der Stunde. Diese Liste ließe sich nach Belieben verlängern. Wirklich neu am Phänomen Influencer ist, das plötzlich auch ganz normale Menschen Werbung machen – mit dem einzigen Unterschied, dass sie durch ihren Content Millionen von Followern erreichen. Wurden junge Frauen mit außergewöhnlichem Kleidungsstil vor ein paar Jahren in der U-Bahn komisch angesehen, werden sie heute zu Fashion Weeks eingeladen und erhalten Outfits von großen Modefirmen. Mädchen, die aus ihrem Kinderzimmer einen Youtube-Kanal betreiben, gründen mithilfe eines Drogerie-Konzerns eigene Beauty-Linien (so geschehen bei Bibis Beauty Palace und DM).

Ein bisschen Einfluss für alle.

Was auf den ersten Blick verrückt scheint, ist einerseits wohl der heilige Gral der zielgruppenoptimierten Werbung - gleichzeitig transportiert Influencer Marketing auch ein nicht zu unterschätzendes gesellschaftliches Statement: Alles, was du für deinen Teil vom Ruhm braucht, ist dein Smartphone. War der Kreis der Werbegesichter früher elitär und meist US-amerikanisch geprägt, kooperieren Firmen heute gezielt mit einer größeren Anzahl an Influencern, die sich ehrlich für die Marke interessieren. Das steigert die Glaubwürdigkeit und Nachhaltigkeit der Werbung natürlich ungemein – und gibt den Online-Stars die Möglichkeit, auch finanziellen Profit aus ihren Blog- und Instagram-Accounts zu ziehen. Ob der Hype um die Influencer übertrieben ist, wird die Entwicklung der nächsten Jahre zeigen. Eines ist der Werbe-Markt durch die notorischen Selbstdarsteller jedoch sicher geworden: bunter und demokratischer.

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